Herumalbern mit der deutschen Deklination

Die ersten Einträge beschäftigen sich damit, wie man Datensätze für die deutsche Sprache erwerben kann. Momentan lerne ich die deutschen Deklinationsregeln, z.B., wie Artikel, Nomen und Ad­jek­ti­ve gemäß Geschlecht, Fall und Anzahl gebildet werden. Ich möchte gern ein bisschen tiefer auf dieses Thema eingehen und es von verschiedenen Perspektiven mit Statistik, CL usw. betrachten.

Grüne Tafel mit deutschen Nomen und diversen Artikeln.
Die deutschen Artikel von Jens-Olaf Walter unter BY-NC 2.0.
Aus dem Original ausgeschnitten und Farbeffekte angewandt.

Fall und Geschlecht

Das Deutsche hat vier grammatische Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Mit ihnen kann man komplexe Sätze bauen, ohne Informationen über die Satzglieder zu verlieren. Was meine ich mit Satzgliedern? In dem englischen Beispielsatz „I give you the laptop“ haben wir das Prädikat „give“. Das Prädikat verbindet drei Satzglieder: „I“ (Subjekt), „you“ (indirektes Objekt) und „the laptop“ (direktes Objekt). In diesem Beispiel haben wir die Position der Wörter benutzt, um zu zeigen, wer wem was gegeben hat. Die drei Satzglieder werden auf Deutsch mit den Fällen gebildet. Die Übersetzung des Satzes lautet: „Ich gebe dir den Laptop.“ Es gibt das Prädikat „gebe“ mit drei Satzgliedern: „Ich“ (Subjekt), „dir“ (indirektes Objekt) und „den Laptop“ (direktes Objekt). Sie werden jeweils mit Nominativ, Dativ und Akkusativ gebildet. Für komplexe Sätze kann es hilfreich sein, das Subjekt, Objekt oder indirekte Objekt zu identifizieren. Der Genitiv wird benutzt, um Besitzverhältnisse auszudrücken, z.B., „die Bäume des Gartens“. Außer den typischen Verwendungen gibt es auch viele andere Situationen, in denen Fälle verwendet werden. Es ist nicht möglich, alle Details in einem Blogeintrag zusammenzufassen. Die Fälle werden in der folgenden Tabelle gezeigt.

Tabelle 1: Die vier grammatischen Fälle in Deutsch mit den typischen Verwendungen und Beispiele.
Fall Typische Verwendung Beispiel
Nominativ Subjekt Das Auto ist gelb
Genitiv Besitzverhältnis Die Räder des Autos
Dativ Indirektes Objekt Das Auto gehört mir
Akkusativ Direktes Objekt Ich fahre das Auto

Die Fälle haben eine wichtige Bedeutung für den Satzbau, aber die Geschlecter müssen auch berücksichtigt werden. Davon gibt es sogar drei: Maskulinum (der), Femininum (die) und Neutrum (das). Außer einigen Faustregeln muss man alle Geschlechter auswendig lernen. Indessen können sie dabei helfen, komplexe Sätze zu analysieren und zu verstehen. Die Geschlechter sind in der folgenden Tabelle aufgelistet.

Tabelle 2: Die drei Geschlechter in Deutsch und der bestimmte Artikel des Nominativ-Falles.
Gesclecht Artikel Beispiel
Maskulinum der der Laptop
Femininum die die Suche
Neutrum das das Bild

Die Regeln bilden zusammen die Prinzipien der Deklination. Zum Beispiel können wir die folgende Tabelle mit dem bestimmten Artikel aller Fälle und Geschlechter mitsamt Plural aufschreiben. Sie hilft wenn man „the «noun»“ von Englisch auf Deutsch übersetzen will, egal ob Singular oder Plural und welcher Fall es ist. Man sollte aber darauf achten, dass dem Nomen vielleicht ein Suffix hinzugefügt werden muss.

Tabelle 3: Bestimmte Artikel für alle Fälle und Geschlecter einschließlich Plural.
Fall MaskulinumM. FemininumF. NeutrumN. PluralPl.
Nominativ der die das die
Genitiv des der des der
Dativ dem der dem den
Akkusativ den die das die

Datensätze

Die Theorie ist ja schön und gut, aber wie sieht es in der Praxis aus. Wenn wir Deklination recherchieren wollen, brauchen wir einige Daten. Wir brauchen eine Wortliste, den Worttypen und möglicherweise den Wortstamm oder die Deklination des Wortes.

In dem nächsten Blogeintrag werde ich einige Datensätze für die deutsche Sprache untersuchen. Ich konzentriere mich erstmal auf einige Datensätze, die ich bereits kenne. Zwei davon sind Wiktionary und Universal Dependencies.

Der nächste Beitrag beschäftigt sich mit Universal Dependencies und was ein Wort wirklich ist.